Heisskalt – eine Band zum Fairlieben

9 Jan 2017

Man kennt sie schweißgebadet mit dem Mikrofon vor der Nase, mal kehlig, mal zärtlich das Publikum begeisternd. Das Publikum, Resonanzkörper, der den Text mit hundert Stimmen auf die Bühne zurückwirft. Man kennt Konzerte voll Bewegungsdrang und Leidenschaft. Texte, die oft mehr sind als aneinandergereihte Worte. Die Band Heisskalt hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Wo man sie dagegen weniger vermuten würde: auf einem Blog über fairen Handel. Wir haben mit Sänger Mathias Bloech gesprochen – über Shoppen, Bandprodukte und Fairness.

                       Foto: Viktor Schanz Fotografie

 

„Wir streben an, ausschließlich mit Ware zu handeln, die fair, bio und mit veganer Farbe bedruckt ist“, so der Heisskalt-Sänger. Neben diesen Kriterien seien allerdings auch Qualität und Schnitt der Kleidung ausschlaggebend. Produziert wird bei Homesick-Merch, einem bunten Haufen aus Musikern und Designern mit eigener Druckerei in Münster. Dort werden die Heisskalt-Shirts und Sweater von Hand auf zertifizierte Rohwaren gedruckt (GOTS-, Fairwear Foundation- oder Fairtrade-Siegel). Die verwendeten Farben sind umweltfreundlich und schadstofffrei.

 

„Fairer Handel ist gut und wichtig und sollte eigentlich selbstverständlich sein“, so Mathias. Er persönlich kaufe daher so viel wie möglich fair und regional:

„Das geht ja vor allem bei Lebensmitteln ganz gut - Stichwort Gemüsekiste. Bei allem anderen durchstöbere ich erstmal den Gebrauchtmarkt. Bei Musikalien und technischen Geräten ist es allerdings sehr schwer darauf zu achten.“ 

 

Überhaupt sieht der Heisskalt-Sänger den bio-fair-Hype nicht nur positiv:

„Wenn jetzt jeder anfängt, irgendwas fair zu produzieren und zu verticken und alle es im Konsumwahn kaufen, macht das im Endeffekt auch nix besser“, so seine radikale Einstellung. „Eigentlich muss ja überhaupt gar nichts mehr produziert werden, es gibt ja von allem bereits genug.“

 

Genauso wichtig wie fair und bio sei daher eine generelle Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten. Konkret heiße das: „zu teilen, zu leihen, gebraucht zu kaufen und Dinge nach der Benutzung zurück in den Warenkreislauf zu geben.“ Auch für Band-Merchandise könnte ein Umdenken möglich sein: „Ein Ausweg wäre zum Beispiel, auf Second Hand Klamotten zu drucken. Mal sehen, was da noch kommt!“

 

Ein paar abschließende Worte: Musikbusiness und Fairness - passt das überhaupt zusammen?

 

„Eine interessante Frage. Musik und Fairness passen auf jeden Fall zusammen. Wir sehen es als Teil unserer Verantwortung, die Strukturen um uns herum mitzugestalten. Auch wenn die manchmal sehr festgefahren erscheinen und man oft daran scheitert, dass irgendjemand „das geht nicht” sagt. Dann muss man sich entscheiden: Kämpft man jetzt dafür oder ist es vielleicht wichtiger, einen guten Song zu schreiben, der etwas Richtiges sagt.

 

Fairness geht damit einher, den Gedanken an den eigenen Profit weiter hintenanzustellen, als das in unserer Gesellschaft üblich ist. Um den Bogen zu schlagen: Nein, vermutlich passen die Worte Business und Fairness einfach nicht zusammen. Aber wir leben in einer kapitalistischen Gesellschaft, in der unser ganzes Leben, alles in und an und um uns herum Teil des Marktes wird oder schon geworden ist. Da kommen wir nicht mehr so ohne weiteres heraus. Also gilt es, sich darin einzurichten und zu versuchen, richtige Sachen zu tun.“

 

Richtige Sachen tun – dem können wir uns nur anschließen und sind gespannt, welche Wege Heisskalt in Zukunft noch geht.

 

Hier geht's zum Heisskalt-Shop.

Und hier geht's zur Heisskalt-Homepage.

 

 

 

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