Korkiger geht's nich...

10 Nov 2016

Wer Kork bislang nur als Weinflaschenverschluss oder als wenig ansehnliche Pinnwand im Büroalltag kannte, erlebt nun eine revolutionäre Umdeutung: Kork als Stoffersatz!

 

Immer mehr neue und kreative Ideen für alternative Stoffe sind in den letzten Jahren aufgetaucht. Die Ansprüche wie so oft: Möglichst fair, nachhaltig und tierlieb. Eine Variante dafür ist Kork. Baustoff, Kleidungsstoff, Bastelmaterial – unser neuer Freund scheint ein Alleskönner zu sein. 

 

 

Vor etwa einem halben Jahr entdeckte ich das Label „Eve and Adis“. Die Gründer Eva-Maria Scheyer und Adis Mataruga fertigen höchstpersönlich hübsche schlichte Accessoires in Alpennähe.  Sie setzen dabei auf Naturprodukte und arbeiten neben Kork auch mit Glasperlen, Bio-Leder und Waxed-Canvas.

 

Detaillierte Informationen über die Korkherkunft und Arbeitsbedingungen (außer dem Herkunftsland Portugal) wollten mir die Inhaber leider nicht geben, "da das ein Betriebsgeheimnis ist". Verwiesen wurde ich auch bei der Frage nach Anbau und Herstellungsprozess auf eine portugiesische Homepage, auf der ich jedoch nicht viel in Erfahrung bringen konnte. Zumindest sei der Kork "peta approved" und stamme von besagtem Unternehmen APCORE. Auf Nachfrage in einer Facebook-Community erhielt ich eine ausführliche Antwort von Melanie von dem Label Living in Kork. Sie kennt ihre Korkproduzenten, hat aber auch festgestellt, dass "mittlerweile einige schwarze Schafe Kork aus China bestellen und verarbeiten". Daher überzeugt sie sich im alljährlichen Familienurlaub von Arbeitsbedingungen und Herkunft ihrer Korkhersteller persönlich.

 

 

Seit etwa einem halben Jahr muss sich meine Korktasche im Fairlieben-Praxistest beweisen. Anfangs war mir das Material etwas suspekt. Die Tasche wirkte sehr filigran und wenig stabil oder reißfest. Da ich gefühlt mein halbes Zimmer mit mir trage, hatte ich Bedenken, ob das zarte Täschchen das verkraftet. Mein Vertrauen wuchs jedoch mit jedem anstandslos überstandenen Ausflug. Bis heute hat die Tasche keinen Riss und keine Macke. Etwas schade finde ich, dass der Trageriemen nicht verstellbar ist. Das führt dazu, dass die Tasche bei kleinen Menschen wie mir, ziemlich weit unten hängt. Verwunderlich war, dass meine Jeans auf die Tasche abgefärbt hat. Ich weiß nicht, ob es Tasche oder Jeans geschuldet war (vermutlich beidem ein wenig). 

 

Kreative Köpfe können bei Adis Mataruga über Oak + Kork Korkstoffe bestellen und selbst direkt Hand anlegen. In den FAQs sind auch noch ein paar Fragen, den Kork betreffend, beantwortet. Zudem kann man aus dem kleinen Alleskönner neben Taschen auch hübschen Schmuck, Handyhüllen oder Yogamatten zaubern. 

 

Fazit: Kork ist deutlich robuster, als er wirkt.

 

 

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