• Ina

Messe Fairhandeln 2019 - erste Eindrücke


Und wieder durchfährt mich ein warmer Schauer, der durch eine feine Gänsehaut auf meinen Armen sichtbar wird. Mein Kopf glüht leicht, von der Anstrengung und der Freude, und ich kenne mich gut genug um zu wissen, dass ich rote Backen habe. Vor mir steht eine Frau mit kurzen Haaren und markanter moderner Brille.

Sie könnte eine junge Oma sein, ist sie aber nicht, wie sich im Gespräch herausstellt. Sie erzählt mir davon, dass sie seit Februar begonnen hat ihr Leben radikal zu ändern - inspiriert durch die Bewegung Fridays for Future und dem enormen Engagement junger Leute. „Ich wollte mich einfach wieder im Spiegel anschauen können!“. Sie vermeidet nun Plastik, macht sich Gedanken über das was sie konsumiert und wählt sie Läden, die sie ansteuert bewusster aus.

Dann spreche ich mit einer Frau, die ihre Tochter an der Hand hält. Sie ist klein, zierlich und hat eine top Figur. Und erzählt mir zu meinem Erstaunen, dass sie zwei weitere Kinder hat. In den letzten Monaten hat sie angefangen ihr komplettes Einkaufsverhalten zu ändern, angefangen hat es in der Küche. Lokale, saisonale Produkte die nicht in Plastik verpackt sind waren die ersten Schritte. Dann kam der Kleiderschrank dran. 12 große Säcke Kleidung, die sie nicht trägt gingen an das Rote Kreuz. Was jetzt neu dazu kommt wird sich genau überlegt.

Also nächstes schlendert eine Gruppe junger Teenie-Mädels an uns vorbei. Während sie kichern blitzen die Brackets der Zahnspange hervor. Der Style erinnert mich an das, was ich zuletzt bei Bershka und H&M im Schaufenster gesehen habe. Sie bleiben stehen, weil ihnen die Outfitbilder, die wir ausgelegt haben ins Auge gesprungen sind. Nachdem ich ihnen unser kleines Ratequiz erklärt habe, in dem man überlegen muss, welche Kleidungsstücke eines Outfits Fast-Fashion und welches Slow-Fashion ist, entsteht eine wilde Diskussion. „Wie kann das denn so billig sein? Achso, das ist getauscht. Cool, lass uns auch mal auf so ´ne Kleidertauschparty gehen.“

Vergangenen Sonntag ist nach vier vollgepackten Messetagen die Fairhandeln in Stuttgart zu Ende gegangen. Wir haben wunderbare neue Labels entdeckt und bereits bekannte wieder getroffen. Wir konnten uns inspirieren lassen, durften mit unserem Vortrag und Quiz über das sprechen, was uns antreibt, haben schönes und leckeres eingekauft und zusammenfassend eine tolle Messe gehabt. Aber was mich richtig berührt hat, waren all die Menschen die da waren. Die oben beschriebenen Beispiele sind nur ein kleiner Teil von dem was ich erleben durfte und was mein Herz berührt. Es seid IHR! Ihr, die ihr unseren Blog lest, die dem folgt was wir auf Social Media von uns geben, die offen seid für neues und unsere Tipps, mit uns diskutiert und uns so viel zurück gebt. Die sich das Thema Slow-Fashion, faire Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit zu Herzen nehmt, die die mir Gänsehaut bereiten. Ihr seid der Grund, warum wir fairlieben machen. Weil ihr es verstanden habt, um was es geht und keine blöden „Ökos“ seid, sondern die coolsten Leute mit Herz und Verstand!

Danke dafür!

So, das war jetzt mal ein erster Eindruck von der Messe. Das, was mir einfach auf dem Herzen lag. Der sachlichere Teil zu all den coolen Labels und Marken die wir entdecken durften folgt.


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