• Nanni

Diskussionsthema Tourismus


Touristen: Fluch oder Segen? Vermutlich von beidem etwas, aber für mich kristallisiert sich langsam nur letzteres heraus. Auf Reisen anderen Kulturen und Menschen zu begegnen öffnet ganz klar den Horizont. Vorurteile verschwinden und ein freundliches Lächeln überwindet so manche Sprachbarriere. Hat man bestimmte Dinge mit eigenen Augen gesehen, kann man sich eine ganz andere Meinung dazu bilden, wie wenn die Informationsquelle Alltagszeitung oder Tagesschau ist. Daher bin ich der Meinung, dass eine globale Welt, mit einem regen Austausch, eine friedlichere Welt ist.

Aber was ist der Preis? Zunächst einmal reisen nicht alle Menschen um in die fremde Kultur wirklich einzutauchen, sondern um die Sonne und einen schönen Strand zu genießen. Das führt schon einmal zu einer ganz anderen Einstellung dem Urlaubsland gegenüber und zu einem ganz anderen Verhalten. Gefährlich ist auch die Urlaub-ist-nur-einmal-im-Jahr-Einstellung, die dazu verleitet, eigene Grundsätze beiseite zu legen. Davon nehme ich mich nicht aus, sondern kenne diese eigene Großzügigkeit nur zu gut. Viele verreisen und erwarten dennoch den heimischen Standard in einer fremden Welt. Das führt dazu, dass die Leute in der Fremde, die auf das Geld der Touristen angewiesen sind, versuchen, sich mehr und mehr zu verbiegen und den fremden Standard im eigenen Land herzustellen. Zu was für einem Preis? Ein ganz einfaches Beispiel: Auf einsamen Inseln werden moderne sanitäre Anlagen errichtet. Der Gast kann nach dem Baden in Meer seine gewohnte frische Dusche genießen. Das shampoo- und duschgelgetränkte Wasser jedoch, wird einfach so ins offene Meer geleitet. Nicht umsonst kämpfen Traumorte, die von den Massen überrannt werden, mit Umweltproblemen.

Vielfach habe ich auch beobachtet, wie Leute weit weg reisen und kein Interesse daran haben, einheimische und lokale Gerichte zu essen. Stattdessen wird auf Pizza, Burger und Pommes zurück gegriffen und bestanden. Aber was wäre das für ein kulinarischer Identitätsverlust, wenn die gesamte Welt, ihre Speisekarte umstellt? Wieso bestehen wir in ärmeren Ländern auf uns bekannte, teure Importware, statt neues und lokales auszuprobieren? Nicht zu vergessen die ganzen Abgase, die durch die Reiserei in die Luft gepustet werden.

Was sollte man also tun? Gar nicht mehr verreisen und die Welt sich wieder gegenseitig entfremden lassen? Ich denke nicht, dass das die Lösung ist. Denn viele Ideen, die der Umwelt und den Menschen helfen, entstehen indem die Leute das Problem mit eignen Augen gesehen haben. Ich habe für mich ein paar Leitlinien herausgefiltert, die ich gerne mit euch teile:

- Muss es wirklich jedes Jahr eine Flugreise sein? Oder reicht vielleicht maximal eine große Reise, alle fünf Jahre? In der nahen Umgebung gibt es auch unglaublich viel zu entdecken und ein langsamer Fußweg, kann manchmal viel spannender sein.

- Lass dich drauf ein und probiere das lokale Essen. Selbst für empfindliche Mägen, findest du garantiert vorab Tipps und Tricks, die dir helfen.

- Ich komme als Gast und möchte mich so verhalten, dass ich jederzeit wieder "eingeladen" werden würde. Daher lese ich vorab immer Do´s & Dont´s die in der jeweiligen Kultur zu beachten sind.

- Plastik am Strand? Auf keinen Fall! Müll mitnehmen! So etwas wie Batterien, sogar wieder zurück nach Europa.

- Es gibt besondere Projekte vor Ort, die unterstützenswert sind? Auch wenn ich ein paar Euro mehr zahlen muss, dann esse ich lieber in einem Restaurant, in dem ehemalige Straßenkinder zur Köchen oder Kellnern ausgebildet werden. Die paar Euro mehr, sollten es jedem Wert sein.

- Grüne Reiseführer geben Tipps und Tricks, was man im jeweiligen Land noch beachten kann.

#Reise #Sommer #Erfahrungsbericht

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© 2014 by FAIRLIEBEN

 

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