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Wir schnuppern rein in die Welt des Kaffees und des Direct Trading


Wenn ich als Kind morgens mit einem herrlichen Duft in der Nase aufwachte, dann wusste ich immer: Mama macht gerade Frühstück und der Kaffee köchelt vor sich hin. Ich weiß noch, das ich ein paar mal an dem schwarzen Gebräu schlürfte, weil ich dachte, was so köstlich riecht, muss genauso köstlich schmecken - denkste! Es mussten erst einige Jahre vergehen, bis ich zum Kaffeefan wurde.

Den frischen Kaffeegeruch finde ich dafür auch heute noch herrlich. Da ist es nicht verwunderlich, dass ich immer wieder auf der Suche nach kleinen Wohlfühlorten in der Stadt bin, an denen ich mein Getränk genießen kann. Wer im Stuttgarter Westen am Feuersee vorbeiflaniert, kommt irgendwann an ein kleines, lichtdurchflutetes Café an der Ecke, namens Mókuska (ungarisch für Eichhörnchen). Die voll besetzten Tische lassen bereits ein tolles Geschmackserlebnis für Kaffeeliebhaber erahnen. Denn im Eichhörnchen-Café gilt das Motto: Geschmack und Qualität!

Ich durfte ein langes Gespräch mit dem Inhaber Stefan Dachale führen, der mir einen kleinen Einblick in die Kaffeewelt gegeben hat. Seit Januar 2015 betreibt er nicht nur sein eigenes Café, sondern röstet vor Ort jeden Montag eigenhändig Bohnen, die er aus dem direkten Handel, sog. Direct Trade, bezieht. Das bedeutet, der Kaffee legt keine ewigen Strecken mit unzähligen Zwischenhändlern zurück, sondern Kaffeeröster und -bauer kennen sich im Idealfall persönlich. Da jedoch ein frisch geborener Kaffeeröster noch keine 20 Tonnen Kaffeebohnen abnehmen kann, wählte Stefan Zwischenhändler seines Vertrauens. Zwischen ihm und den Plantagen sitzt also jeweils nur ein Geschäftspartner.

Das Stichwort lautet Partnerschaft.

Um sich selbst von der Produktion seines Kaffees zu überzeugen, tritt Stefan einmal jährlich eine Reise an. Zuletzt ging es nach Südamerika, wo er drei Plantagen besichtige. Er ist kein Fairtrade-Gegner, aber Zertifikate kosten Zeit und Geld. Geld, das die Farmer in andere Projekte investieren könnten. Und wer seine Partner kenne, wisse auch, dass sie weiterhin nachhaltig anbauen, obwohl sie das Biozertifikat freiwillig abgegeben haben. Als liebstes Beispiel erzählt Stefan hier von einer mexikanischen Plantage, die er ebenfalls schon besucht hat. Der Inhaber schloss sich mit anderen Plantagen zusammen und gemeinsam wurden drei Schulen gegründet, die es den Kindern der Angestellten erlauben, einen Abschluss bis zum Abitur zu erwerben. Als Kniff, die Eltern davon abzuhalten ihre Kinder zur Arbeit auf fremde Plantagen zu schicken, erhält jedes Kind den 1,5-fachen Lohn dafür, dass es nachweislich zur Schule geht und dem Farmer ein Anwesenheitszertifikat vorlegt.

Und wie schmeckt nun ein frisch gerösteter, direkt gehandelter Kaffee? Wirklich himmlisch. Und zum ersten Mal in meinem Leben, hat mir sogar ein kohlrabenschwarzer Kaffee geschmeckt. Mein Tipp an euch: Lasst euch unbedingt beraten und schnüffelt an den tollen Aromen. Und danach einfach mal ganz ohne Milch und Zucker genießen.


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